Oversized
Filtral Sonnenbrillen in den 1970ern
In den Kinos liefen „Rocky“ und „Der weiße Hai“, Firmen wie Apple und Microsoft wurden gegründet und die Gurtpflicht für PKW nach amerikanischem Vorbild in Europa eingeführt. Es gab Ölpreiskrisen, und sowohl Punk als auch die Discowelle eroberten die Musikwelt. Die 1970er brachten viele Umbrüche und Veränderungen mit sich. Auch modisch bleiben sie unvergesslich mit ihren Schlaghosen und Oversized-Sonnenbrillen. Und Filtral? Gab es in der heutigen Form als Marke noch nicht, aber die Brillen waren schon auf dem Markt. Sie wurden für die Großfläche unter dem Namen uvex Winter Optik GmbH verkauft. Die Modelle waren in modische Themengebiete wie Maxi-, City-, Party- und Partner-Look eingeteilt. Besonders herausgestellt wurde die Männlichkeit: „Maskulin-dynamisch: ein Sonnenbrillenflirt, mit dem supermännlichen, charmanten Sonnenbrillen-Typ von uvex. Siegesbewusst trägt er meist hochwertige uvex Metallbrillen mit spezialgehärteten Sicherheitsgläsern“, so lautet der Auszug aus einem Katalog von 1972. Die Männer wurden damals lässig mit Zigarette im Mund abgebildet, was heute undenkbar ist. Was sich nicht geändert hat, ist das Qualitätsbewusstsein. So wurde auch in den 1970ern das bewährte uvex Augenschutz-Glas für höchste Ansprüche beworben. Filtral, zu dieser Zeit uvex, hat mit Qualität und Worten wie „optisch geschliffenes Güteglas, augenschonend und ultraviolettsicher“ die Kunden und Endverbraucher überzeugt.
1980er Jahre
Filtral in den 80ern
Filtral gab es in den 1980er Jahren noch nicht als eigene Firma. Es war innerhalb von uvex in dem Bereich „Sport und Freizeit“ in der Siemensstraße integriert. Anfang der 1980er Jahre präsentierte sich die Marke Filtral noch mit dem Zusatz „von uvex“. Die Sonnenbrillen waren so auffällig wie die Mode: groß, bunt und schrill. Verkaufsschlager waren Pilotenbrillen. Der Kinofilm „Top Gun“ hatte in punkto Brillenmode Maßstäbe gesetzt. Ebenfalls sehr angesagt waren die Modelle „Blake Carrington“ und „Krystle Carrington“, für die sich Filtral die „Denver Clan“- Lizenz – neben „Dallas“ die Kultserie aus den 1980er Jahren – gesichert hatte. Auch die aufkommenden Videoclips in der Musik inspirierten die Brillenmode. Sendungen wie „Formel 1“ zeigten in Deutschland die passenden Clips zu den Charts. Filtral feierte in diesem Zusammenhang mit der Brillenserie „Disco Dancing“ Verkaufserfolge. Bunt, laut, vielschichtig und inspirierend waren sie, die 1980er-Jahre, auch für Filtral.
Moped, Walkman, Coca Cola ...
... und eine modische Brille von Filtral: so war man in den 1980er-Jahren gut gerüstet für den Tennisplatz, den Schulhof oder für das Treffen mit der Clique.
Filtral in den 1990ern
Hasta la vista, baby.
Im Kino haben Millionen von Menschen Forrest Gump, Pretty Women und Fight Club gesehen, Ende der 1990er wurde gemeinsam beim Untergang der Titanic geweint. Computer wurden in diesem Jahrzehnt erschwinglich und für Privathaushalte angeschafft und gegen Ende der 1990er konnte man dank der weltweiten Verbreitung von Mobiltelefonen per SMS kommunizieren. Nicht zu vergessen das Internet, das seither aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken ist. Auch für Filtral bedeuteten die 1990er große Umbrüche. Im Jahr 1991 wurde die Filtral GmbH & Co. Vertriebs KG gegründet und 1992 ein eigens für Filtral errichtetes Gebäude in Burgfarrnbach bezogen. Filtral, the Sunshine Company, hieß es in den 90ern, als neben Brillen und Zubehör auch Sonnenkosmetik vertrieben wurde. Die Vermarktung wurde sogar von einem TV-Werbespot unterstützt. Blockbuster haben bei der Sonnenbrillen-Mode maßgeblich mitgewirkt: Nach dem weltweiten Erfolg von Terminator brachte Filtral 1991 die Terminator 2 Sonnenbrille auf den Markt. Generell war Filtral in den 1990ern in Sachen Lizenzen sehr aktiv. Im August 1992 wurde die Sportsendung „ran“ zum ersten Mal ausgestrahlt, nur kurze Zeit später kam eine Serie von ran Sportbrillen auf den Markt. Im Portfolio gab es sowohl Playboy-Sonnenbrillen für Damen und Herren als auch Kinderbrillen mit Motiven aus Duck Tales, Biene Maja und Pumuckl.